Markterkundungsreise nach Tschechien und Polen: Kreislaufwirtschaft
Die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) führt in Partnerschaft mit Energy Saxony und mit ihren Beauftragten in Tschechien und Polen eine Markterkundungsreise zum Thema Kreislaufwirtschaft durch. Für sächsische Unternehmen und Einrichtungen der Branche bieten sich in beiden Ländern vielfältige Möglichkeiten für Kooperationen und Ideenaustausch.
- Location
- Tschechien (Nord- und Ostböhmen sowie Mährisch-Schlesien) und Polen (Oberschlesien, Oppeln, Niederschlesien)
- Event date
- 26. - 29. Oktober 2026
- Deadline
- 30.08.2026
- Audience
- sächsische Unternehmen und Einrichtungen mit Interesse an Themen der Kreislaufwirtschaft, z. B. Entsorgung und Recycling, Materialwirtschaft, Upcycling, zirkuläres Bauen, Wasserwirtschaft, Batterierecycling, Recycling im Bereich Automobil
- Sectors
- Kreislaufwirtschaft, Abfallwirtschaft, Recycling, Materialwirtschaft, Upcycling, Automobilindustrie, Bauwirtschaft, Wasserwirtschaft, Biomasse
- Country/Region
- Tschechien, Polen
- Organizer
- Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) in Partnerschaft mit Energy Saxony, gemeinsam mit den Auslandshandelskammern in Tschechien und Polen
- Price
- Der Teilnahmebetrag beläuft sich auf 400,00 EUR zzgl. gesetzlicher USt. pro Person und umfasst die Organisationskosten, den Bustransfer ab / nach Dresden sowie die im Programm genannten Mahlzeiten. Die Kosten für Übernachtungen und weitere nicht im Programm enthaltene Mahlzeiten tragen die Teilnehmenden selbst. Der Veranstalter übermittelt Hotelempfehlungen. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt.
Information and objective
Vor Ort lernen die Teilnehmenden potenzielle Partner für grenzübergreifende Projekte und Best-Practice-Beispiele kennen.
Das Programm der Reise wird aktuell erstellt. Ihre Anregungen zur Programmausgestaltung sind herzlich willkommen. Bitte geben Sie Ihre Interessen bei der Anmeldung mit an.
Ziele der Reise
- Einblicke in die Kreislaufwirtschaft in Tschechien und Polen
- Markterkundung und Auslotung von Exportpotenzialen und Chancen für grenzübergreifende Projekte
- Kontakt- und Geschäftsanbahnung im Rahmen von Betriebsbesuchen und Networking-Aktivitäten
- Einblicke in Forschung und Entwicklung zur Einschätzung der Potenziale für Wissens- und Technologietransfer
- Ideenentwicklung und Prüfung möglicher Synergien zwischen Sachsen, Tschechien und Polen
Die Leistungen der Veranstalter
- Organisatorische und inhaltliche Vorbereitung sowie Durchführung vor Ort
- Gruppenbustransfer Dresden - Zielorte in Tschechien und Polen - Dresden
- Programm bestehend aus Markt- und Branchenbriefing, Besuchen in Betrieben und Forschungseinrichtungen sowie Networking-Möglichkeiten
- Organisation von Hotelkontingenten zur Selbstbuchung
- Deutschsprachige Begleitung sowie Übersetzung Tschechisch bzw. Polnisch vor Ort
Hintergrund: Informationen zu den Zielmärkten
Polen und Tschechien zählen zu den dynamischsten Volkswirtschaften der EU und gelten als sehr wichtige Wirtschafts- und Handelspartner Sachsens. Laut aktuellen Prognosen – u. a. von Germany Trade & Invest – wird für Polen und Tschechien 2026 erneut ein moderates reales BIP-Wachstum im Bereich von rund zwei bis drei Prozent erwartet. Treiber sind vor allem der private Konsum, Infrastruktur und Bauwirtschaft, eine diversifizierte industrielle Basis sowie umfangreiche öffentliche und europäische Förderprogramme (Quelle: GTAI).
- Kreislaufwirtschaft in Tschechien
Im Industrieland Tschechien fallen enorme Mengen Abfall an. Entsorgung und Verwertung bieten viel Potenzial und sind ein aussichtsreiches Zukunftsgeschäft. Das Abfallvolumen in Tschechien wächst weiter. Das gilt für industrielle Erzeuger ebenso wie für private Haushalte. Gründe sind das steigende Wohlstandsniveau, die sich entwickelnde Wirtschaft und der Boom im Onlinehandel. Außerdem ist die Einwohnerzahl durch Geflüchtete aus der Ukraine gestiegen.
Im Jahr 2024 erreichte das Abfallvolumen einen Rekordwert von 40,3 Millionen Tonnen. Die Deponiequote bei Haushaltsabfällen ist von 48 Prozent (2021) auf 42 Prozent (2024) gesunken. Der Rest wird verbrannt, recycelt oder kompostiert. Im europäischen Vergleich hat das Land aber immer noch viel Nachholbedarf. Weiterhin landen jedes Jahr über 5 Millionen Tonnen Abfälle auf Tschechiens Deponien, rund die Hälfte davon als Siedlungsmüll. Diese Menge soll in den kommenden Jahren sinken.
Der Aktionsplan "Cirkulární Česko" beschreibt den Weg zu einer effizienteren Kreislaufwirtschaft. Geplant ist, schon beim Produktdesign die künftige Wiederverwertung stärker zu berücksichtigen und eine längere Lebensdauer zu ermöglichen. Der Anteil von Sekundärrohstoffen soll erhöht werden und mehr Produktionsabfälle in den Wirtschaftskreislauf zurückkehren. Es werden neue Recyclingtechnologien sowie die Einführung digitaler und smarter Lösungen für die Abfallwirtschaft unterstützt. Dazu gehören auch automatisierte Anlagen oder Roboter für Müllsortierung und Recycling. Der Aktionsplan strebt an, Einwegartikel – besonders aus Kunststoff – zu reduzieren. Bei Bioabfällen wird mehr Kompostierung gefördert. Für Bauabfälle ist eine sauberere Trennung der einzelnen Bestandteile das Ziel, zum Beispiel durch selektive Demontage von Gebäuden. Ziel ist es, die Abfallmenge nicht mehr proportional zum Wirtschaftswachstum ansteigen zu lassen. Dazu beitragen soll eine Sharing Economy, also das gemeinsame Nutzen von Ressourcen (Quelle: GTAI).
- Kreislaufwirtschaft in Polen
In der polnischen Industrie gewinnt die Kreislaufwirtschaft seit einigen Jahren deutlich an Bedeutung, steht aber insgesamt noch am Anfang einer breiteren Transformation. Vor allem große Unternehmen aus den Bereichen Chemie, Automobil, Baustoffe und Metallverarbeitung treiben Recycling- und Wiederverwendungsinitiativen voran, etwa durch höhere Verwertungsquoten bei Produktionsabfällen, den Einsatz von Sekundärrohstoffen und geschlossene interne Stoffkreisläufe.
Ein Bericht des Obersten Rechnungshofs Polens (Najwyższa Izba Kontroli, NIK) vom Juni 2025 bewertet die bisherige Umsetzung der Kreislaufwirtschaft in Polen als unzureichend. Der Anteil zirkulär genutzter Materialien ging demnach von 10,5 % im Jahr 2018 (Rang 10 in der EU) auf 7,5 % im Jahr 2023 (Rang 16) zurück. Die Recyclingquote für Papier, Metalle, Kunststoffe und Glas lag 2020 bei 41 % gegenüber einer EU Zielvorgabe von 50 %. NIK konstatiert zudem Verzögerungen bei der Umsetzung einschlägiger EU Rechtsakte, Defizite in der vertikalen und horizontalen Koordination staatlicher und kommunaler Maßnahmen sowie eine nach wie vor dominante Ausrichtung auf klassische Abfallentsorgung anstelle einer konsequenten Förderung von Recycling und Wiederverwendung. Der Anteil recycelter Materialien und die Materialeffizienz liegen laut Bericht unter dem EU Durchschnitt, sodass erheblicher zusätzlicher Handlungsbedarf besteht, um die Ziele der europäischen Kreislaufwirtschaft zu erreichen (Quellen: NIK, GTAI).
Agenda
Montag, 26. Oktober 2026
- 07:30 Uhr: Abfahrt mit dem gemeinsamen Bus ab Dresden in Richtung Tschechien
- Termine in Tschechien, u. a. bei Škoda in Mladá Boleslav (angefragt)
- am Abend Briefing zum tschechischen Markt und Networking mit tschechischen Länder- und Branchenexperten
- Übernachtung in Tschechien
Dienstag, 27. Oktober 2026
- tagsüber weitere Termine in Tschechien
- im Anschluss Weiterreise nach Polen (Gliwice oder Katowice)
- am Abend Briefing zum polnischen Markt und Networking mit polnischen Länder- und Branchenexperten
- Übernachtung in Oberschlesien (Gliwice oder Katowice)
Mittwoch, 28. Oktober 2026
- Besuche in Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Oberschlesien, u. a. Technische Universität Gliwice, Forschungszentrum Łukasiewicz (angefragt)
- am Abend Zeit zur freien Verfügung
- Übernachtung in Oberschlesien (Gliwice oder Katowice)
Donnerstag, 29. Oktober 2026
- Unternehmensbesuche in Oppeln und Niederschlesien
- Rückreise mit dem gemeinsamen Bus nach Dresden
- ca. 20:30 Uhr: Ankunft in Dresden
(die genannten Partner und Unternehmen wurden angefragt - Änderungen sind möglich)
Contact
Claudia Baldauf
Außenwirtschaft & Messen
+49-351-2138 173
Register
Die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) führt in Partnerschaft mit Energy Saxony und mit ihren Beauftragten in Tschechien und Polen eine Markterkundungsreise zum Thema Kreislaufwirtschaft durch. Für sächsische Unternehmen und Einrichtungen der Branche bieten sich in beiden Ländern vielfältige Möglichkeiten für Kooperationen und Ideenaustausch.