WFS zieht Bilanz für 2025

Die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) hat im vergangenen Jahr 18 Neuansiedlungen und Firmenerweiterungen betreut. Zudem konnten 80 Außenwirtschaftsprojekte realisiert werden, darunter 15 Delegations- und Unternehmerreisen mit 154 teilnehmenden Akteuren.

Blick n das Bilanzpressegespräch der WFS am 18. März 2026
Source WFS
  • 18 Neuansiedlungen und Erweiterungen in 2025

In einem unverändert schwierigen Umfeld hat die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) im vergangenen Jahr 18 Neuansiedlungen und Firmenerweiterungen mit einem Volumen von 211,09 Mio. Euro betreut. Damit werden 868 Arbeitsplätze geschaffen bzw. erhalten. Erneut verteilten sich die Projekte nahezu über den gesamten Freistaat Sachsen und erfolgten sowohl in den Städten Leipzig, Dresden und Chemnitz als auch in den Landkreisen Bautzen, Görlitz und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie im Erzgebirgs- und Vogtlandkreis. Die Investoren kommen schwerpunktmäßig aus Deutschland sowie aus den Niederlanden, Finnland, der Schweiz, Japan, Taiwan und den USA.

“Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir auch 2025 trotz der anhaltend schwierigen globalen Lage und konjunkturellen Rahmenbedingungen wieder zahlreiche Ansiedlungs- und Erweiterungsprojekte für Sachsen erfolgreich umsetzen konnten. Darüber freuen wir uns, denn es hat den Wirtschaftsstandort gestärkt, sichert Arbeitsplätze und schafft Wertschöpfung. Immer deutlicher wird die Anziehungskraft der ESMC-Ansiedlung auf Zulieferer und Dienstleister der Branche. Besonders erfreulich ist, dass sich mehrere Unternehmen für Sachsen als Zentrale für den Start ihrer europäischen Aktivitäten entschieden haben. Das zeigt, welche wichtige Schlüsselposition die Region ‚Silicon Saxony‘ im weltweiten Wettbewerb mittlerweile hat. Ein weiterer wichtiger Baustein für die positive Entwicklung des Wirtschaftsstandorts sind neue Investitionen von bereits in Sachsen ansässigen Unternehmen. Sie stehen viel zu selten im Fokus, dabei stärken sie vorhandene regionale Wertschöpfungsketten, schaffen neue Jobs und senden ein positives Signal in der Region und an weitere potenzielle Investoren”, erklärt WFS-Geschäftsführer Thomas Horn.

"Kurita stärkt mit ihrer Tochtergesellschaft Arcade Engineering GmbH die sächsische Halbleiterindustrie durch spezialisierte Lösungen für die Wasser- und Abwasseraufbereitung,
die auf die hohen Reinheits- und Prozessanforderungen der Branche zugeschnitten sind. Parallel dazu engagiert sich Kurita Water Industries in regionalen Initiativen zur Weiterentwicklung der industriellen Wasserbehandlung, insbesondere in den Bereichen Abwasserrecycling und ressourceneffiziente Kreislaufführung. Das Unternehmen positioniert
sich damit als verlässlicher Bestandteil der sächsischen Halbleiter-Wertschöpfungskette und der regionalen kritischen Infrastruktur. Ein zentraler Fokus liegt auf der Kooperation mit lokalen Partnern sowie der aktiven Einbindung in das leistungsfähige industrielle Ökosystem des Freistaats. Vor dem Hintergrund des wachsenden Bedarfs an nachhaltigen Versorgungslösungen in der europäischen Halbleiterproduktion plant die Kurita Gruppe, ihre Aktivitäten in Sachsen weiter auszubauen und langfristig zur technologischen und ökologischen Stabilität der Branche beizutragen«, sagt Naoto Hasaka, General Manager Branch Dresden der Kurita Water Industries Ltd.

  • Branchenarbeit: Unterstützung Clusterbildung Radiopharmazie und neuer Branchenleiter Sicherheits- und Verteidigungsindustrie

Im Rahmen ihrer Branchenarbeit unterstützt die WFS Technologie- und Innovationsfelder mit Zukunftspotenzial und arbeitet dabei eng mit Partnern aus der Wissenschaft, Netzwerken und Clustern in branchenübergreifenden und interdisziplinären Projekten zusammen. So hat die WFS die Gründung des Radiopharmazie-Clusters nuklid im Januar 2025 unterstützt, für die Ernährungswirtschaft eine Konzept-Studie zur Entwicklung eines Innovationsökosystems Food erstellen lassen und das Thema Bioökonomie im Rahmen des Bioökonomie-Forums Sachsen vorangetrieben. Auf aktuelle Entwicklungen im Bereich Sicherheits- und Verteidigungsindustrie hat die WFS mit der Einstellung eines Branchenleiters reagiert, der Ansprechpartner für sächsische Unternehmen ist und die Vernetzung sowie Kooperationen unterstützen soll. Darüber hinaus hat die WFS wieder das etablierte Format der Projektwerkstätten, die einen speziellen Branchen- oder Technologiefokus haben, mit 18 Veranstaltungen fortgesetzt. Dabei konnten sich knapp 1.200 Teilnehmer u.a. zu den Themen Robotik & KI – Anwendungen für den Mittelstand, Automatisierte Produktion für die Zell- und Gentherapie, zur Zukunft des Obstbaus sowie in der simul+-Werkstatt RegioHolz austauschen.

“Dass Cluster wichtige Säulen für unseren Wirtschaftsstandort sind, haben verschiedene Branchen – von der Mikroelektronik über die Automobilbranche bis zur Robotik – bereits erfolgreich gezeigt. Sie fördern Innovationen, verbessern die Wettbewerbsfähigkeit und führen zu einer größeren internationalen Sichtbarkeit. Eine Branche mit großem Zukunftspotenzial ist auch die Radiopharmazie. Vor diesem Hintergrund hat die WFS die Gründung des Clusters nuklid Radiopharmacy Dresden im Januar 2025 maßgeblich mit vorangetrieben. Bereits seit 2022 haben wir die Akteure kontinuierlich begleitet, die Vernetzung unterstützt und verschiedene Projekte initiiert, wie die Life Sciences-Foren in 2022 und 2025. Aber auch international haben wir für mehr Sichtbarkeit gesorgt - zuletzt mit einer erfolgreichen Veranstaltung auf der EANM (European Association of Nuclear Medicine) in Barcelona”, so Thomas Horn.

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter fügt hinzu: “Bei Zukunftsthemen ist der Wirtschaftsstandort Sachsen gut aufgestellt. Die Mikroelektronikregion Dresden steht mit den Investitionen von ESMC, Infineon und Globalfoundries für eine industrielle Zukunft Europas. 25 Jahre Biotechnologie-Offensive zahlen sich ebenfalls aus: Diese Branche ist mittlerweile ein Motor für Innovation, Wachstum und Beschäftigung im Freistaat. Darüber hinaus bewirkt der sicherheitspolitische Paradigmenwechsel neue Investitionen im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Die Staatsregierung hat hier Neuansiedlungen, Aufträge für bestehende Unternehmen und Wachstumschancen für Start-ups im Blick. Die ostdeutschen Länder profitieren bislang nur wenig von den wirtschaftlichen Effekten der Rüstungsinvestitionen – das muss sich ändern.”

  • Unterstützung von gut 1.180 sächsischen Unternehmen, FuE-Einrichtungen und Netzwerken bei Außenwirtschaftsaktivitäten

Staatsminister Dirk Panter: “Mit Zöllen als Daumenschrauben und Überkapazitäten in Schlüsselsektoren wie der Photovoltaik und Elektromobilität erleben wir gegenwärtig eine fundamentale Transformation der globalen Spielregeln. Ein neuer Nationalismus und ein vermeintliches Recht des Stärkeren bedrohen die verlässlichen, freien Märkte. Deshalb sichern auch Außenwirtschaftspolitik und Internationalisierung die Zukunft der sächsischen Wirtschaft. Der Freistaat vernetzt sich aktiv mit Partnern im EU-Binnenmarkt, aber auch in Zentralasien sowie mit Indien, Japan oder Taiwan. Dies erschließt den sächsischen Unternehmen neue Märkte und minimiert Abhängigkeiten. Mit unseren Delegationsreisen – wie in der vergangenen Woche nach Frankreich – bauen wir persönliches Vertrauen auf. Dies erweist sich in einer Welt der Beziehungswirtschaft als einzige Währung, die gegen Erpressung schützt.”

Im vergangenen Jahr konnten 80 Außenwirtschaftsprojekte realisiert werden, darunter 15 Delegations- und Unternehmerreisen mit 154 teilnehmenden Unternehmen und FuE-Einrichtungen zur Markterkundung und Markterschließung, u.a. nach Polen, Spanien, Schweiz sowie Japan, Taiwan und Indien. Zudem organisierten wir 35 Marktinformations- und Kooperationsveranstaltungen, an denen ca. 570 Firmen teilgenommen haben. Darüber hinaus haben wir 11 internationalen Delegationen den Standort Sachsen und spezielle Branchen- und Technologiekompetenzen vor Ort vorgestellt. Im Rahmen von “SAXONY!visit”-Projekten informierten sich die Delegationsteilnehmer über sächsische Kompetenzen in den Bereichen Wasserstoff, Maschinenbau und Bike. Insgesamt erreichten wir mit diesen Projekten knapp 170 Unternehmen. Ferner organisierten wir für den Wirtschaftsstandort 18 Beteiligungen an Industrie-, Technologie- und Ernährungsmessen für 228 Aussteller. Dabei haben sich 90 Aussteller zum ersten Mal beteiligt.

Seit letztem Jahr unterstützt die WFS Unternehmen auch bei der Gewinnung von internationalen Fach- und Arbeitskräften. Das Thema stand u. a. bei einer Wirtschaftsreise nach Usbekistan sowie der Delegationsreise unter Leitung von Staatsminister Panter nach Indien auf der Agenda. Im Rahmen des Herbstcampus Usbekistan gab es ein Besuchsprogramm für usbekische Schüler im Bereich Pflege.

Die Internationalisierungsoffensive Sachsen (IOSax), die aus der Außenwirtschaftsinitiative Sachsen (AWIS) heraus entstanden ist, hat sächsische Unternehmen darüber hinaus mit weiteren Maßnahmen unterstützt. Genannt seien u.a. die IOSax.express-Reisen für Start-ups zur Investorengewinnung zu Europas wichtigster Investorenkonferenz SLUSH nach Helsinki und zur The Next Web in den Niederlanden. Bereits zum 8. Mal konnte die Online Marketing Challenge (OMC) erfolgreich durchgeführt werden. Dabei entwickeln Teams aus Unternehmen, Studierenden und Werbeprofis digitale Vertriebskampagnen.

Thomas Horn: “Internationale Wirtschaftsbeziehungen sind essentiell für den Wirtschaftsstandort Sachsen. Insbesondere die Exporte sind sehr wichtig für die sächsische Wirtschaft. Mehr als jeden dritten Euro verdienen sächsische Firmen im Ausland. Auch in 2025 haben wir deshalb unsere Aktivitäten zur Diversifizierung der Märkte fortgesetzt und ausgebaut. Der Schwerpunkt lag dabei erneut auf Europa, wo das Potenzial längst noch nicht ausgeschöpft ist. Genannt seien nur Anknüpfungspunkte für sächsische Unternehmen in der Bahnbranche in Spanien sowie die geplante engere Zusammenarbeit mit Niederschlesien im Life Sciences-Bereich. Vielfältige Chancen bieten auch internationale Wachstumsmärkte, wie Indien, Japan und Taiwan. Hier haben wir im Rahmen von Delegations- und Unternehmerreisen Kontakte vertieft und die Zusammenarbeit ausgebaut. Die politische Unterstützung durch die sächsische Staatsregierung war dabei ein wichtiger Türöffner, wenn es um Kontakte zu relevanten Entscheidern und die öffentliche Aufmerksamkeit vor Ort geht.”

“Die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH leistet tagtäglich in- und außerhalb Sachsens wertvolle Arbeit für den Freistaat. Sowohl internationale als auch nationale Unternehmen, die sich neu ansiedeln oder erweitern möchten, können auf ein gut organisiertes und eng vernetztes Umfeld in Sachsen bauen. Mit den außenwirtschaftlichen Angeboten der WFS sind die Unternehmen erfolgreicher als im Alleingang. Davon haben wir uns gerade erst in Paris auf der Fachmesse JEC World, der wichtigsten internationalen Plattform für Verbundwerkstoffe, überzeugt. 22 Unternehmen und Institute sorgten dort am SACHSEN!-Gemeinschaftsstand der WFS für eine neue Rekordbeteiligung”, sagt Wirtschaftsminister Panter.

  • Außenwirtschaftstag Sachsen 2026 in Chemnitz

Die Herausforderungen und Chancen im Auslandsgeschäft thematisiert der Außenwirtschaftstag Sachsen in diesem Jahr unter der Überschrift »Vom Umbruch zum Aufbruch«. Die Veranstaltung am 16. April in Chemnitz bietet ein vielfältiges Programm zu internationalen Geschäftsmöglichkeiten mit Vorträgen, Beratungsgesprächen mit Länderexperten sowie die Gelegenheit zum Networking. Dabei ist der Außenwirtschaftstag Sachsen nicht nur die Plattform für den Austausch von Ideen sein, sondern zeigt praxisnahe Lösungsansätze für Unternehmen auf, die sich den Anforderungen des globalen Wandels stellen.