Spatenstich für Glaskompetenzzentrum Torgau
Am 16. April 2026 wurde der symbolische erste Spatenstich für den Bau des Glaskompetenzzentrum Torgau vollzogen. Bis Ende 2027 entsteht direkt neben dem Beruflichen Schulzentrum Nordsachsen (BSZ) und in unmittelbarer Nähe zum Industriegebiet Solarstraße ein rund 3.300 qm großer Hallenkomplex.
Die nutzbare Geschossfläche für Lehr-, Versuchs- und Pilotanlagen, Werkstätten sowie Seminarräume beträgt 5.300 Quadratmeter. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein moderner Maschinenpark und ein Versuchsofen für die Glasforschung. In einem zweiten Bauabschnitt folgt ab 2027 der Umbau des ehemaligen Torgauer Volkshochschulgebäudes in ein Internat mit 42 Plätzen. Für beide Bauabschnitte sind Kosten von insgesamt rund 35 Millionen Euro veranschlagt. Davon stammen 34 Millionen Euro Fördermittel aus dem Just Transition Fund (JTF), mit dessen Hilfe der Strukturwandel infolge des Braunkohleausstiegs bewältigt werden soll.
Alleinstellungsmerkmal des Glaskompetenzzentrums ist die enge Verzahnung von beruflicher und handwerklicher Aus- und Weiterbildung mit universitärer Forschung. So wird die TU Bergakademie Freiberg künftig auf dem Campus Torgau eine exzellente Umgebung für die Entwicklung neuer Technologien zur klimafreundlichen Glasproduktion und für den Einsatz alternativer Brennstoffe vorfinden. In der Fachkräfteinitiative GlasCampus arbeiten TU Freiberg, BSZ Nordsachsen, die Glaserinnung und Unternehmen der nordsächsischen Glasindustrie bereits seit 2019 gemeinsam an Schulungs- und Weiterbildungsprogrammen für die Branche.
„Das Glaskompetenzzentrum wird die Glasindustrie mit Innovationen und Lösungen inspirieren und sie gleichzeitig mit hochqualifizierten Fachkräften versorgen“, so Nordsachsens Landrat Kai Emanuel, der das Projekt nicht nur als Branchen-Leuchtturm betrachtet. „Diese Investition zeigt, was möglich ist, wenn Menschen an eine Idee glauben, sie gemeinsam vorantreiben und nicht beim ersten Gegenwind aufgeben, sondern Optimismus wagen.“
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer: „Mit dem Glaskompetenzzentrum entsteht ein starker Ort, der Industrie, Handwerk und Wissenschaft zusammenbringt, Wertschöpfung sichert und neue Perspektiven schafft. Dieser Spatenstich steht für einen gemeinsamen Aufbruch und für einen Leuchtturm, der weit über die Region hinaus strahlen wird. Mit Innovation, Forschung und Ausbildung in die Zukunft wird die gewachsene Glastradition auch in Zukunft fortgeführt.“