Ostsachsen: Eine Million Euro für Batteriezüge im Schienenpersonennahverkehr

Der Freistaat Sachsen unterstützt den Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen (ZVVO) mit einer Million Euro bei der Entwurfs- und Genehmigungsplanung der Ladeinfrastruktur für Oberleitungs- / Batterie-Hybrid-Fahrzeuge (Battery Electric Multiple Units, kurz: BEMU) im ZVVO-Gebiet.

Schienennetz (Ausschnitt)
Source Quelle: pixabay

Batterieelektrische Züge (BEMU) fahren auf elektrifizierten Abschnitten unter Oberleitung und nutzen auf Strecken ohne Fahrdraht ihre Batterien. Dafür braucht es Ladeinfrastruktur und – je nach Strecke – ergänzende Elektrifizierungsabschnitte.

Mit Hilfe der Förderung sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Raum Dresden auf mehreren, nicht oder nur teilweise elektrifizierten Strecken mit batterieelektrischen Zügen betrieben werden kann.

Der ZVVO beabsichtigt, SPNV-Leistungen ab Ende 2031 auf folgenden Strecken neu zu vergeben und dabei künftig BEMU-Fahrzeuge einzusetzen:

  • S 7 Dresden – Königsbrück
  • RB 71 Pirna – Neustadt (Sachs) – Sebnitz
  • RB 72 / RE 19 (Dresden –) Heidenau – Altenberg
  • S 8 Dresden – Kamenz
  • S 8 Durchbindung bis Hoyerswerda

Gegenstand der Planung

Gegenstand der finanziellen Unterstützung ist die Entwurfs- und Genehmigungsplanung (Leistungsphasen 3 und 4) für die Infrastruktur, die den Einsatz von BEMU-Zügen auf diesen fünf Linien ermöglicht. Vorgesehen sind unter anderem Ladepunkte an Abstell- und Endpunkten – in Ottendorf-Okrilla Nord und Königsbrück (für die Linie S 7) sowie in Neustadt (Sachs) und Sebnitz (für die RB 71). Außerdem sind Anpassungen an bestehenden Oberleitungsanlagen geplant, etwa im Bahnhof Pirna, damit die Züge während der Wendezeiten laden können. Auf der Strecke Heidenau – Altenberg umfasst die Planung unter anderem eine Teilelektrifizierung zwischen Heidenau und Mühlbach, um längere Abschnitte unter Fahrdraht zu ermöglichen und die Batterien unterwegs nachzuladen.

Die vom ZVVO finanzierte Vorplanung (Leistungsphasen 1 und 2) ist bereits abgeschlossen. Die weitere Planung erfolgt in Abstimmung mit der DB InfraGO AG als Eigentümerin der betroffenen Strecken und Trägerin der Maßnahme. Die Gesamtplanungskosten für die Leistungsphasen 3 und 4 belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro.