Sachsen fördert FuE-Projekte zu kritischen Technologien
Mit der Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten (FuE) im Bereich kritischer Technologien – kurz STEP-Technologieförderung – hat der Freistaat Sachsen einen neuen Förderbaustein im Rahmen der EFRE/JTF-Technologieförderung 2021 bis 2027 an den Start gebracht.
Die Förderung dient dazu, hochinnovative Vorhaben in den Bereichen digitale Technologien und Biotechnologien zu unterstützen und so Abhängigkeiten der Europäischen Union bei kritischen bzw. strategisch wichtigen Technologien – etwa Mikroprozessoren, Sensortechnik, Pharmazeutika, Künstliche Intelligenz und 5G – gezielt zu verringern. Die STEP-Technologieförderung umfasst ein Gesamtvolumen von 85,6 Millionen Euro.
Mit der STEP-Technologieförderung werden sächsische kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und im Verbund mit diesen auch große Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen unterstützt. Die Vorhaben müssen einen Beitrag dazu leisten, strategische Abhängigkeiten der Europäischen Union zu verringern oder zu verhindern – oder sie weisen ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial für den Binnenmarkt oder die Vervollständigung europäischer Wertschöpfungsketten auf.
Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter: “Verfügbare kritische Technologien und die Verringerung technologischer Abhängigkeiten sind für Sachsen, Deutschland und die gesamte Europäische Union ein zentraler Wohlstands- und Wachstumsfaktor. Daher können wir für die STEP-Technologieförderung Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) einsetzen; eigene sächsische Landesmittel müssen wir nicht einbringen. Dank der Unterstützung der EU können wir somit auch in Zeiten einer angespannten Haushaltslage die Technologieförderung auf einem hohen Niveau fortführen und die umfangreichen betriebswirtschaftlichen Risiken, die sich bei der Durchführung ambitionierter FuE-Vorhaben für sächsische KMU ergeben, angemessen abfedern. Wir fördern so die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der kleinteilig aufgestellten sächsischen Wirtschaft und tragen gleichzeitig zur technologischen Souveränität Europas bei.”
- Praxisbeispiel “SuperComp”: Transformation der Halbleiterfertigung durch Künstliche Intelligenz und Supercomputing in Sachsen
Mit Nutzung der STEP-Technologieförderung hat ein hochkarätiges Konsortium unter Projektleitung von Infineon Technologies Dresden die Arbeit am FuE-Verbundvorhaben “SuperComp” aufgenommen. Da die Anforderungen an das Design, die Entwicklung und die Fertigung von Halbleitern kontinuierlich steigen, stoßen traditionelle Methoden bei der Verarbeitung großer Datenmengen und der Lösung komplexer Optimierungsprobleme zunehmend an ihre Grenzen. Hier setzt SuperComp an: Durch die Erforschung innovativer Supercomputing-Lösungen sollen Prozesse schneller, effizienter und zuverlässiger gestaltet werden. Hierzu bündeln die Projektpartner ihre Kompetenzen als führende Institutionen aus Industrie und Forschung in Sachsen. Neben Infineon arbeiten die TU Dresden, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, die Hochschule Zittau/Görlitz, das Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme, die SpiNNcloud Systems GmbH, die Saxony Media Solutions, die PVA Vision GmbH, die Wandelbots GmbH und die Systema Systementwicklung GmbH Partner im Projekt. Die Fördersumme für das Vorhaben “SuperComp” beträgt 12,7 Millionen Euro.
- Digitale Antragstellung über das Förderportal der SAB
Neben der neu eingeführten STEP-Technologieförderung stehen auch die branchen- und technologieoffenen Fördergegenstände FuE-Projektförderung, Technologietransferförderung und InnoPrämie im Rahmen der EFRE/JTF-Technologieförderung 2021-2027 weiterhin zur Verfügung.
Alle Informationen zu den Unterstützungsmöglichkeiten der sächsischen Technologieförderung und die Möglichkeit zur digitalen Antragstellung erhalten Interessierte auf den Internetseiten der SAB - Sächsischen Aufbaubank.