Über 30 Millionen Euro EU-Förderung: Chemnitz baut an der Energieversorgung von morgen

Chemnitz erhält kräftigen Rückenwind für den Umbau seiner Energieversorgung: Für die Vorbereitung der Anbindung an das künftige Wasserstoffkernnetz sowie den Bau einer Photovoltaikanlage mit Großbatteriespeicher wurden am 18. Juni Fördermittelbescheide in Höhe von 30,3 Mio. Euro übergeben.

Quelle: pixabay
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Die Mittel stammen aus dem Just Transition Fund der Europäischen Union (JTF).

Die Förderung umfasst zum einen die Vorbereitung der Anbindung der Stadt Chemnitz an das künftige Wasserstoffkernnetz. Dafür werden bestehende Gasleitungen auf Wasserstoff umgestellt und neue Wasserstofftransportleitungen errichtet. Das Projekt wird mit 20,7 Millionen Euro gefördert. Zum anderen erhält eins energie 9,6 Millionen Euro für den Bau einer Photovoltaik-Freiflächenanlage mit 15 Megawatt Leistung sowie eines Großbatteriespeichers mit 15 Megawatt Anschlussleistung und einer Speicherkapazität von 30 Megawattstunden am Energiepark Galgenberg im Chemnitzer Stadtteil Röhrsdorf.

Zur Anbindung an das Wasserstoffkernnetz betont Roland Warner, Vorsitzender der eins-Geschäftsführung: “Die Anbindung an das Wasserstoffkernnetz gibt nicht nur uns, sondern auch den Unternehmen der Region mehr Planungssicherheit.”

  • Wasserstoffanbindung eröffnet neue Perspektiven für Dekarbonisierung industrieller Prozesse

Mit der geplanten Wasserstoffanbindung wird die Voraussetzung geschaffen, Chemnitz künftig an die östlich von Freiberg verlaufende OPAL-Leitung anzubinden, die Anfang der 2030er Jahre Bestandteil des bundesweiten Wasserstoffkernnetzes werden soll. Hierfür werden eine Übernahmeregelanlage am Wasserstoffkernnetz östlich von Freiberg sowie eine Regelanlage beim Oederaner Ortsteil Hartha neu errichtet. Außerdem wird eine Transportleitung inkl. Steuerungskabel zwischen Hartha und dem vorgelagerten Wasserstoffkernnetz neu gebaut und eine bestehende eins-Transportleitung von Erdgas auf Wasserstoff umgestellt. Die neue Infrastruktur wird zur Deckung des regionalen Wasserstoffbedarfs beitragen und erhebliche CO₂-Einsparungen ermöglichen. Gleichzeitig eröffnet sie Perspektiven für die Dekarbonisierung industrieller Prozesse sowie der Fernwärmeversorgung in Chemnitz. Die Fertigstellung ist für 2029 geplant. Die Investitionskosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf ca. 29,6 Millionen Euro.

  • Energiepark Galgenberg: Photovoltaik und Großbatteriespeicher erhöhen regionale Erzeugung erneuerbarer Energien

Der Energiepark Galgenberg ergänzt diese Entwicklung. Die Kombination aus Photovoltaikanlage und Großbatteriespeicher erhöht die regionale Erzeugung erneuerbarer Energien und verbessert die Versorgungssicherheit. Der Batteriespeicher kann Strom aus erneuerbaren Energien zwischenspeichern, Lastspitzen ausgleichen und zusätzliche Systemdienstleistungen für das Stromnetz bereitstellen. Die leistungsstarken Lithium-Ionen-Batteriemodule werden in 20 Fuß-Containern untergebracht sein. Diese derzeit etablierte Standardlösung ist modular aufgebaut und bietet vorkonfigurierte Systeme. Der Batteriespeicher wird als Zwischenspeicher zur Verschiebung erneuerbarer Strommengen der direkt gekoppelten PV-Anlage in Zeiten höherer Nachfrage eingesetzt. Zusätzlich erbringt er Netzdienstleistungen in Form von Regelleistung. Die zwei neuen PV-Anlagen in unmittelbarer Nähe zum Batteriespeicher am Galgenberg werden insgesamt eine Leistung von 15 MWp aufweisen und damit eine Strommenge von rund 15 Millionen kWh pro Jahr erzeugen. Die Inbetriebnahme der PV-Anlagen und des Batteriespeichers ist für 2028 geplant. Die Investitionskosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf ca. 25 Millionen Euro.

Beide Vorhaben leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Europäischen Grünen Deals sowie zur erfolgreichen Transformation der Energieregion Chemnitz.