Deutschlands größte Solarthermie-Anlage geht in Leipzig in den Betrieb
Deutschlands größte Solarthermie-Anlage ist fertig. Baubeginn war im Januar 2024, nun startet die Inbetriebnahme. Nach ersten Einspeisungen ins Netz wird die Anlage im Sommer in den Dauerbetrieb gehen und klimafreundliche Wärme fürs lokale Fernwärme-Netz liefern.
Die Leipziger Stadtwerke setzen dabei auf hochmoderne Technik sowie eine besonders naturnahe Bewirtschaftung der Fläche. „Die neue Solarthermie Leipzig West zeigt, wie erneuerbare Energien und Artenschutz verbunden werden können“, so Leipzigs Klimabürgermeister Heiko Rosenthal. „Um Leipzigs Klimaschutzziele zu erreichen, treiben wir die klimaneutrale Strom- und Wärmeversorgung voran, die auf hochmoderne Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und den Ausbau erneuerbarer Energien setzt – von Windenergie über Photovoltaik auf kommunalen Gebäuden bis hin zur Nutzung der Sonnenenergie für Fernwärme.“
- Versorgungssicherheit und Klimaschutz
Karsten Rogall, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke, betont: „Nachhaltigkeit heißt für uns, Versorgungssicherheit und Klimaschutz zusammen zu denken und voranzutreiben. Die neue Anlage ist ein weiterer Beweis dafür. Wir erhöhen damit den Anteil erneuerbarer Energie in unserem Fernwärmesystem.“ Im Sommer liefert die Anlage täglich bis zu rund 20 Prozent für den Leipziger Wärmebedarf, übers Jahr sind es im Schnitt rund 2 Prozent. „Wir sind stolz auf die hochmoderne Anlage, die als weiterer Baustein eines robusten Portfolios nun einen Beitrag für Leipzigs Wärmewende leistet und somit unseren Energie-Mix ergänzt“, sagt sein Geschäftsführer-Kollege Dr. Maik Piehler. Die Leipziger Stadtwerke investieren dafür rund 40 Millionen Euro, davon werden rund 16 Millionen Euro gefördert.
Die Anlage setzt auf ein hochmodernes intelligentes System: Ein Algorithmus steuert die Anlage so effizient wie möglich. Die Technik misst die Sonneneinstrahlung im Kollektorfeld und steuert entsprechend die Fließgeschwindigkeit des Wassers, welches in den Kollektoren erhitzt wird. Je weniger Sonne scheint, desto langsamer fließt das Wasser, um sich zu erwärmen. Der Vakuum-Kollektor funktioniert zudem wie eine Thermoskanne – innen heiß, außen kalt.
- Wärme, Wiese, Weide
Das bis zu 110 Grad heiße Wasser wird in Zukunft durch die nahen Fernwärme-Leitungen zu den Leipziger Kunden geleitet. Nach der Bauzeit holt sich die Natur dann den Raum unter den Kollektoren wieder zurück. Der Großteil des Areals sind dann nicht versiegelte Flächen, Blühwiese, Obstbäume und Mischhecken. Damit das Grün unter und zwischen den Kollektoren kultiviert wächst, soll vor Ort eine Schafherde eingesetzt werden.