Sachsen forciert breit aufgestellten Außenhandel

Mit mehr als 100 Unterstützungsangeboten für über 30 Länder unterstützt die Außenwirtschaftsinitiative Sachsen (AWIS) die sächsischen Unternehmen in diesem Jahr bei ihren internationalen Aktivitäten.

Die Weltwirtschaft befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Doch in dieser Situation eröffnen sich auch Perspektiven – auf attraktive Märkte, innovative Geschäftsmodelle und eine Neuausrichtung im Auslandsgeschäft. 

Den Chancen des Auslandsgeschäfts widmete sich am 16. April 2026 der “Außenwirtschaftstag Sachsen” unter dem Motto “Vom Umbruch zum Aufbruch” in Chemnitz. Die Spitzenvertreter der AWIS haben sich dort zum “Spitzengespräch Außenwirtschaft” getroffen und sich zu den aktuellen Herausforderungen und der außenwirtschaftlichen Jahresplanung 2026 verständigt.

“Die geopolitischen Entwicklungen, die Digitalisierung und der Klimawandel beschleunigen die Transformation internationaler Märkte und verschieben die Kräfteverhältnisse im globalen Wettbewerb. Zugleich verdeutlicht der Strukturwandel in unserer Region, dass vertraute Strategien neu bewertet werden müssen”, betont der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter.

Außenwirtschaftliche Jahresplanung 2026

Die AWIS-Partner unterstützen sächsische Unternehmen bei der Erschließung internationaler Märkte und organisieren 2026 zum Beispiel Informationsveranstaltungen und Beratungsangebote, Unternehmens- und Delegationsreisen sowie 18 Messegemeinschaftsstände.

Im ersten Quartal 2026 beteiligte sich der Freistaat mit Gemeinschaftsständen an der International CES in Las Vegas (Technologie), Christmasworld in Frankfurt (Dekoration/Festschmuck), World Health Expo in Dubai (Medizintechnik) und JEC Composites World in Paris (Verbundwerkstoffe). Im Jahresverlauf folgen Teilnahmen an den internationalen Leitmessen ILA (Luftfahrt) und InnoTrans (Verkehrstechnik) in Berlin, IFAT (Umwelttechnologie) und The smarter E Europe (Energiewirtschaft) in München, PLMA (Handelsmarken) in Amsterdam, gamescom in Köln (Computer- und Videospiele), Smart City Expo World Congress in Barcelona (Lebensqualität in Städten), GITEX GLOBAL in Dubai (Computer-, Informations- und Kommunikationstechnik), SEMICON Japan in Tokio (Mikroelektronik) sowie erstmals an der MSPO in Kielce/Polen (Sicherheits- und Verteidigungsindustrie).

Nach seinem Frankreich-Aufenthalt im März 2026 plant Wirtschaftsminister Dirk Panter im zweiten Halbjahr weitere Delegationsreisen. Im Anschluss an einen Besuch der Halbleitermesse SEMICON Taiwan in Taipeh beabsichtigt er im September eine Reise mit Unternehmensbesuchen und politischen Gesprächen in Vietnam. Im Zentrum der ministergeführten Vietnam-Reise stehen insbesondere Fragen der Wasserwirtschaft, der ressourceneffizienten Infrastruktur sowie der technischen Kooperation im Bereich Bahntechnik. Mitte Oktober ist eine Reise nach Zentralasien (Usbekistan, Kasachstan) geplant; dort wird auch der Fachkräftegewinnung eine wichtige Rolle zukommen. Die Stärkung und Ausweitung außenwirtschaftlicher Beziehungen zu weiteren Partnern in Asien ist notwendig, um die Abhängigkeit vom chinesischen Markt zu verringern.

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter: “Ein neuer Nationalismus und ein vermeintliches Recht des Stärkeren bedrohen die verlässlichen, freien Märkte. Wo andere Schranken und Mauern errichten, wollen wir Brücken bauen. Gelebte Außenwirtschaft und internationale Vernetzung statt Abschottung sind unverzichtbar für den Erfolg sächsischer Unternehmen. Wer seine Handelsbeziehungen jetzt weiter diversifiziert, ist künftig krisenfester und damit stärker im Wettbewerb aufgestellt. Die Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten, Indien, Australien, Mexiko und Indonesien sind der richtige Weg. Allein schon mit dem EU-Indien-Abkommen erhalten europäische Unternehmen einen enorm privilegierten Zugang zur gegenwärtig fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt. Das sollten wir auch in Sachsen nutzen.”

Thomas Horn, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS): “Bewährtes weiterentwickeln, kurzfristig auf Veränderungen reagieren sowie internationale Partnerschaften und Netzwerke ausbauen – mit diesem Ansatz setzen wir unsere Aktivitäten zur Diversifizierung der Märkte fort. In den kommenden Monaten sind wir gemeinsam mit sächsischen Unternehmen wieder verstärkt in Europa unterwegs. Ein Schwerpunkt wird dabei unser Nachbarland Polen sein, wo es um Marktchancen in der Automatisierungstechnik, Kreislaufwirtschaft und Landtechnik geht. In einem anderen Projekt geht es um Potenzial für die Bahntechnik in Italien. Auf der Agenda stehen außerhalb Europas zudem Unternehmerreisen u.a. mit den Schwerpunkten Maschinenbau und Energietechnik nach Zentralasien sowie nach Chile, wo Rohstoffe und Energie im Fokus stehen. Außerdem sind Markterkundungsreisen zur Robotik nach China und zur Medizintechnik auf die Philippinen geplant.”

Über die AWIS

Die AWIS bündelt die außenwirtschaftlichen Aktivitäten der Staatsregierung, der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH, der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern sowie der Wirtschaftsverbände VDMA Ost und VSW. Mit ihren jeweiligen Kompetenzen und Angeboten unterstützen die in der AWIS zusammengeschlossenen Partner die überwiegend kleinen und mittleren Unternehmen in Sachsen auf ihrem Weg ins Ausland.

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