US-Handelspolitik im Fokus: Herausforderungen und Chancen für sächsische Unternehmen

Aktuelle Entwicklungen der US-Handelspolitik, die politische Lage in Washington und Erfahrungen aus der unternehmerischen Praxis standen gestern auf der Agenda des 4. Thementreffs USA, den die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) und die IHK Dresden gemeinsam organisierten.

Diskussionsrunde beim 4. Thementreff USA
Source WFS

Aktuelle Entwicklungen in der US-Handelspolitik

Seit 470 Tagen ist Donald Trump wieder US-Präsident und hält seitdem die globale Wirtschaft mit seinen unterschiedlichen Maßnahmen und Ankündigungen – vor allem in der Zollpolitik – in Atem. Erst vor wenigen Tagen hatte er angekündigt, die Zölle auf Autos und Lastwagen, die aus der EU in die USA eingeführt werden, auf 25 Prozent erhöhen. Er begründete das damit, dass sich die EU nicht an das vereinbarte Handelsabkommen halte. Auch sächsische Unternehmen beobachten diese volatilen Entwicklungen mit Sorge. Schließlich gehört die USA seit den letzten zehn Jahren zu den Top 3-Exportmärkten für Sachsen und auch bei den Importen ist das Land unter den Top 10.

Kritik an Zollpolitik und handelspolitischer Unsicherheit 

Damit gab es eine breite Palette an Themen, die zu Beginn des Thementreffs von Paul Meyer, Leiter des Referats US-Handelspolitik bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), intensiv erörtert und auch anhand entsprechender Statistiken eingeordnet wurden. So haben in einer Umfrage 72 Prozent der befragten Unternehmen angegeben, dass die US-Handelspolitik negative Einflüsse auf ihre Geschäfte habe. Besonders kritisiert wurden die handelspolitische Unsicherheit, die Kosten im Zollverfahren und ein Anstieg der Bürokratie. Das spiegelt sich auch deutlich in den deutschen Exporten wider, die im letzten Jahr um 15 Milliarden Euro von 161 auf 146 Milliarden Euro gesunken sind. 

Diskutiert wurden im Anschluss, wer die Kosten der erhöhten Zölle zu tragen hat, wie die Rückzahlung nach der jüngsten Entscheidung des Supreme Courts, des obersten Bundesgerichts der USA, praktisch abgewickelt wird und wie die US-Regierung versucht, dass IEEPA-Zollregime (International Emergency Economic Powers Act) durch sog. neue Section – 301 – Maßnahmen zu ersetzen, die auf der Bekämpfung unfairer Handelspraktiken beruhen. Die USA werfen der EU dabei zwei konkrete Maßnahmen vor: zum einen strukturelle industrielle Überkapazitäten und zum anderen ein fehlendes Importverbot für Güter, die mit Zwangsarbeit hergestellt wurden. Die DIHK hat sich mit einer Eingabe an der Untersuchung zu strukturellen Überkapazitäten beteiligt. 

Nach wie vor ist zudem das US-EU-Rahmenabkommen nicht umgesetzt. Derzeit wird das Abkommen in Trilogrunden zwischen EU-Kommission, EU-Parlament und dem Europäischen Rat verhandelt. Erwartet wird eine Implementierung im Sommer. Meyer machte dabei auch die Prioritäten der DIHK deutlich. Sie verfolgt das Ziel, das Abkommen zu vertiefen, Zölle zu senken sowie eine gewisse Planbarkeit wiederherzustellen und Handelshemmnisse abzubauen.

USA bleiben ein wichtiger Markt

Im anschließenden Austausch wurde deutlich, wie wichtig es ist, für ein erfolgreiches Geschäft, Beratungsangebote zu nutzen, einen fundierten Businessplan zu haben sowie regionale Partner vor Ort zu finden. Gleichzeitig bestätigten die Teilnehmer auch Umfragen, wonach das Interesse am EU-Binnenmarkt steigt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die USA ein wichtiger Markt für sächsische Unternehmen ist und auch zukünftig attraktiv bleiben wird. Gleichwohl beeinflussen die verschiedenen politischen Entscheidungen das unternehmerische Handeln stärker als es in anderen Ländern der Fall ist. Umso wichtiger ist es, informiert zu bleiben und sich aktiv mit den aktuellen Entwicklungen auseinanderzusetzen.

Einladung zum nächsten Thementreff

Sie möchten mehr über die aktuellen Entwicklungen in der US-Handelspolitik erfahren und sich mit anderen sächsischen Unternehmen austauschen? Dann merken Sie sich den nächsten Thementreff vor! Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Nutzen Sie die Gelegenheit, wertvolle Einblicke zu gewinnen und Ihr Netzwerk zu stärken – wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 

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Kerstin Leisering

Außenwirtschaft & Messen

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