Belgien und Frankreich – Impulse für die Naturfaserbranche in Sachsen

Einen Einblick in die wirtschaftlich erfolgreiche Naturfaserindustrie in Belgien und Frankreich bekamen sächsische Unternehmen bei einer Studienreise in der vergangenen Woche.

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Belgien und Nordfrankreich sind wichtige Regionen für Naturfasern, insbesondere für Flachs/ Leinen und auch Faserhanf und die führenden Nationen bei der Produktion der Bastfasern Hanf und Flachs - sowohl qualitativ als auch quantitativ. Hier findet nicht nur der Anbau dieser Rohstoffe statt, sondern auch deren Verarbeitung. Zudem besteht Technologieführerschaft bei der Entwicklung von Ernte- und Aufbereitungstechnik für beide Faserpflanzen. 

Auch die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) und weitere sächsische Akteure haben das Potential der Naturfasern erkannt und widmen sich seit geraumer Zeit diesem Thema. Diese Aktivitäten führten nun zu der von der WFS gemeinsam mit Sachsen Leinen e. V. organisierten Reise nach Kortrijk, Namur und Tourcoing, um sich einen Einblick in die gesamte textile Kette zu verschaffen. Besichtigt wurden Produktionsstätten für Natur- und Hanffasern, Schäben und Schäbenprodukte sowie verschiedene Maschinenbauunternehmen. Dabei konnten in zahlreichen Gesprächen persönliche Kontakte geknüpft werden.

Der Bedarf an Naturfasern übersteigt aktuell das Angebot – eine Herausforderung, die auch für Sachsen Chancen bietet. So sollen aktuelle Projekte genutzt werden, um Hanffaserverarbeitungsmaschinen aus Belgien zu kaufen und in Sachsen zu installieren. Auch sächsische Maschinenhersteller konnten ihre eigenen Erntemaschinen vorstellen und haben konkrete Kooperationsabsichten mit den Partnern in Belgien und Frankreich. Ziel ist es, die Naturfasergewinnung in Sachsen weiter zu stärken. Dabei ist die Nachfrage nach Naturfasern nicht nur im Textilbereich groß, sondern auch in der Automobil- und Bauindustrie, wie z.B. bei technischen Textilien und Isolationsmaterial. Um die Nachfrage zu bedienen, setzen sächsische Unternehmen auf den Ausbau eigener Kapazitäten: Anbauflächen und Verarbeitung werden erweitert, der Einsatz neuer sächsischer Maschinentechnik ist in Vorbereitung. Die Kompetenz des Sächsischen Textilforschungsinstituts (STFI) im Bereich der textilen Naturfaserverarbeitung ist dabei ein wichtiger Erfolgsbaustein.

Die Resonanz auf die Reise war insgesamt sehr positiv – die Gespräche vor Ort waren äußerst konstruktiv und führten zu zahlreichen konkreten Kooperationsabsprachen. Sachsen will die Erfahrungen aus Frankreich und Belgien nutzen und einen eigenen Weg auf Basis der sächsischen Rahmenbedingungen gehen. Dabei wurde auch wieder deutlich, wie wichtig die Vernetzung zwischen den einzelnen Akteuren und innerhalb der Branche ist. Die Erkenntnisse der Reise werden in die diesjährige SMUL-Werkstatt „Wertschöpfungskette Naturfasern“, die für September geplant ist, einfließen. 

 

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