AgrarImpuls thematisiert Energiesystem Landwirtschaftsbetrieb

Im Fokus der AgrarImpuls-Veranstaltung „Energiesystem Landwirtschaftsbetrieb“ am 3. Juni standen innovative Ansätze des Energiemanagements, alternative Antriebssysteme und die Sektorenkopplung.

Energie- und Energiekosten sind aktuell ein wesentlicher Faktor für den wirtschaftlichen Fortbestand der sächsischen Landwirtschaftsbetriebe. Deshalb sollte mit dieser Veranstaltung am 3. Juni bei der Agrargenossenschaft Memmendorf e.G. das Gesamtsystem Energie im Landwirtschaftsbetrieb beleuchtet werden. Gut 45 Teilnehmer diskutierten über Möglichkeiten für die langfristige Zukunftssicherung. Die Veranstaltung hatte die die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) im Auftrag des SMUL in Kooperation mit Land.Vision, dem Agronym e.V. und dem LFULG organisiert.

Möglichkeiten und Herausforderungen im Energiesystem

Im ersten Teil ging es um die Potenziale, die aktuell verfügbaren Möglichkeiten und die Herausforderungen der Energieerzeugung, der Energiespeicherung/Verteilung und der alternativen Antriebstechnik im Landwirtschaftsbetrieb. 

Im zweiten Teil wurde es praktisch. Bei einem geführten Technik-Rundgang diskutierten die fachkundigen Teilnehmer die Einsatzfelder und –Hürden, die durch den Input verschiedener Erfahrungsträger abgerundet wurden. Gastgeber Kurt Auerswald, der seit 2025 Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Memmendorf e.G. ist, erläuterte den umfassenden Transformationsprozess des Betriebs. Ziel ist es, Tradition, modernste Technologie und nachhaltige Wertschöpfung in Einklang zu bringen. Dafür setzt er auf eine eigene Biogasanlage und einen eigenen Solarpark sowie PV auf den Stalldächern. Die Nutzung von Abwärme und Eigenstrom sowie die Elektrifizierung von Gülleschiebern sind weitere Bausteine. Zudem sind neue Projekte in Planung, wie z. B. der Anschluss des regionalen Gewerbegebiets an den Solarpark, die Schaffung von Ladeinfrastruktur für die Bevölkerung und Anschaffung weiterer Elektrofahrzeuge.

Die Nutzung der Geothermie ist bisher noch wenig in der Diskussion – diesen Impuls setzte Thomas Herlitzius von der TU Dresden und stellte das Innovationsprojekt Agrothermie vor. Die Partner des Projektes haben ein Technologiekonzept entwickelt und erprobt, das Wärme und Kälte aus dem Boden landwirtschaftlicher Nutzflächen für die Energieversorgung nutzbar macht.

Der Rundgang stellte mit dem Feldschwarm, der die Automatisierung in der Landwirtschaft vorantreibt, und dem Elwobot, einem autonomen Obst- und Weinbauroboter mit elektrischem Antrieb und modularer Energieversorgung, weitere sächsischen Lösungen für die Branche vor. Daneben konnten sich die Teilnehmer aber auch über aktuell auf dem Markt verfügbare Geräte, wie z. B den New Holland Methane Power und einen Giant E-Lader informieren.

Landwirte als Energiemanager

In den Gesprächen wurde deutlich, dass Landwirte zunehmend auch die Rolle von Energiemanagern übernehmen und dass es kein Patentrezept auf die Frage nach der richtigen Vorgehensweise gibt. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich alternative Antriebe nur im Gesamtenergiesystem Landwirtschaftsbetrieb lohnen und eine 1:1 Übertragung von Lösungen aus dem Automobilbereich aufgrund der Anforderungen aus den landwirtschaftlichen Arbeitsprozessen viel zu kurz greift.

Bitte vormerken: Im Agrarbereich findet als nächstes der 13. Agrartreff: Biostimulanzien im Ackerbau am 26. Juni 2026 in Gospersgrün statt.

Contact

Scholta Dr., Claudia

Dr. Claudia Scholta

Branchen, Innovation & Marketing

+49-351-2138 136